Merkel: Fußballspiele vor leeren Rängen sind nicht das Schlimmste, was dem Land passieren kann

Auf der gemeinsamen Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Gesundheitsminister Jens Spahn und dem Präsidenten des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler in Berlin demonstrieren die Beteiligten vor vollem Haus Realismus, Einigkeit und Kompetenz.

Bundeskanzlerin spricht in Berlin vor vollem Haus über die Corona-Krise

Auf der gemeinsamen Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Gesundheitsminister Jens Spahn und dem Präsidenten des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler in Berlin demonstrieren die Beteiligten vor vollem Haus Realismus, Einigkeit und Kompetenz. 

Eins ist klar: Der Sicherheitsabstand von einem Meter zwischen Menschen zum Schutz vor Neuinfektion ist eine theoretische Größe. Auf der Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Gesundheitsminister Jens Spahn und dem Präsidenten des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler in Berlin wird er jedenfalls nicht eingehalten. Vor dem Podium drängen sich die Journalistinnen und Journalisten mit Kameras; die Stühle stehen dicht an dicht.

"Lieber mal eine Sekunde länger in die Augen blicken und lächeln"

Natürlich sieht man auch Menschen, die sich ins Gesicht fassen. Auch, wenn alle die entsprechenden Empfehlungen kennen - sie einzuhalten, ist offenbar selbst für die, die über den neuen Corornavirus berichten, nicht so ganz leicht. Angela Merkel hat das schon bemerkt, dennoch weiß sie auch nicht, wie sie das verhindern soll. Sie freue sich aber, die Anwesenden alle gesund auf der Pressekonferenz zu sehen und empfiehlt statt Händeschütteln: "Lieber mal eine Sekunde länger in die Augen blicken und lächeln".

Anlass der ersten öffentlichen Äußerung von Bundeskanzlerin Angela Merkel  vor der Bundespressekonferenz ist die gestrige Videokonferenz mit den europäischen Amtskolleginnen und -kollegen, die sie behandle wie einen Europäischen Rat, zu dem sich die Staats- und Regierungschefs normalerweise persönlich treffen. 

Das Vorgehen sei angesichts der aktuellen Corona-Krise vom Gedanken bestimmt, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, das heißt, alle Maßnahmen dienen der Gewinnung von Zeit. Priorität sei, diejenigen Menschen, die zu Risikogruppen gehören, nicht in eine Situation zu bringen, in denen sie aus Überlastungsgründen keine adäquate Behandlung mehr erhalten können. Dies gelte es zu verhindern.

Spahn gegen zentrale Steuerung und für Mitwirkung der Bevölkerung

Dass sich das Virus ausbreiten werde, sei klar. Daran lässt auch Gesundheitsminister Spahn keinen Zweifel. Merkel sagt: "Das Virus ist da. Die Maßstäbe für unser politisches Handeln ergeben sich daraus, was uns Wissenschaftler und Experten sagen". Lothar Wieler bestätigt: "60 bis 70 Prozent der Menschen werden sich mit dem Virus anstecken." Auch in China werde der Virus wieder stärker aufkommen, dies geschehe in Wellen. Zum Thema Abriegelung sagt Wieler, dass die Vorstellung, man könne dadurch ein Land vor der Einschleppung des Virus schützen, naiv sei. 

Spahn spricht sich zudem gegen eine zentrale Steuerung aus - er halte nichts davon, dass Clubbesuche oder Besuche von Großveranstaltungen erst dann unterblieben, wenn dies gesetzlich vorgeschrieben werde. Stattdessen setze er auf die Mitwirkung und Vernunft der Bevölkerung, nicht leichtfertig mit der Infektionsgefahr umzugehen. 

Prioritär gehe es laut Merkel weiterhin darum, dass staatliche und medizinische Einrichtungen möglichst ungehindert arbeiten können und die Wirtschaft nicht überlastet werde. Um die wirtschaftlichen Folgen zu mildern, werde es unter anderem Kurzarbeitergeld, Soforthilfen oder Lohnfortzahlungen geben.

Das Notwendige tun

Merkel, Spahn und Wieler versuchen nicht, die Gefahr herunterzuspielen. Sie verurteilen jedoch Panikmache, die zu sinnlosen Hamsterkäufen führt und der Gemeinschaft schadet. Sie wirken, als hätten sie alles im Griff. Auf kritische Nachfrage eines Journalisten betonen Merkel und Spahn auch noch einmal die gute und produktive Zusammenarbeit, die sie seit Jahren pflegen und in der jetzigen Situation sogar noch intensivieren werden. 

"Wir sind jetzt am Anfang einer Entwicklung, die wir nur schwer absehen können. Die Botschaft sollte sein: Wir werden das Notwendige tun" , so Merkels Schlussworte.

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