Ärzte haben es mit immer aggressiveren Patienten zu tun

Mediziner registrieren forscheres Auftreten der Patienten sowohl im persönlichen Umgang als auch im Internet. Insbesondere Ärztinnen nehmen Patienten als aggressiv wahr. Ärzte haben es mit immer aggre

Mediziner registrieren forscheres Auftreten der Patienten sowohl im persönlichen Umgang als auch im Internet. Insbesondere Ärztinnen nehmen Patienten als aggressiv wahr.

Ärzte haben es mit immer aggressiver werdenden Patienten zu tun – sowohl im täglichen Praxis- und Krankenhausbetrieb als auch im Internet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Ärzte-Netzwerks esanum. 58 Prozent der befragten Ärzte sind der Meinung, dass Patienten heute aggressiver sind, als es früher der Fall war. Insbesondere gegenüber Frauen scheinen sich zahlreiche Patienten zunehmend unpassend zu verhalten. Immerhin 65 Prozent der weiblichen Mediziner nehmen Patienten als aggressiv war.

45 Prozent der befragten Mediziner wurden von Patienten schon einmal beleidigt oder bedroht beziehungsweise den Medizinern wurde sogar Gewalt angewendet. Bei im Krankenhaus beschäftigten Ärzten ist der Anteil derjenigen, gegenüber denen Patienten ausfällig geworden sind, noch etwas höher.

Das aggressive Verhalten vieler Patienten überträgt sich offenbar auch vom persönlichen Kontakt auf das Internet. 44 Prozent der Ärzte wurden hier bereits beleidigt oder es wurde die Unwahrheit über sie verbreitet, was gerade für Mediziner, deren Beruf auf Vertrauen und Integrität basiert, sehr negative Auswirkungen haben kann. Während sich zwischen den Geschlechtern nur geringe Unterschiede ergeben, sind insbesondere niedergelassene Ärzte mit einer Einzelpraxis häufiger von Schmähungen betroffen. 60 Prozent von ihnen wurden schon einmal mit negativen Reaktionen im Internet konfrontiert. Die gegenüber Patienten eher anonym auftretenden Krankenhausärzte werden vom rabiaten Umgang auf Internetportalen oder in sozialen Netzwerken größtenteils verschont.

Patienten hinterfragen Diagnosen häufiger

Grundsätzlich habe das Internet das Verhalten der Patienten verändert, stellen die Mediziner in der Umfrage fest. 67 Prozent der befragten Ärzte sehen aber auch durchaus positive Entwicklungen. Sie stellen fest, dass Patienten die Diagnosen der Ärzte stärker hinterfragen und generell kritischer mit Diagnosen umgehen. Auch halten 61 Prozent der Mediziner die Patienten heute für besser informiert und damit mündiger als im Vor-Internetzeitalter. Trotz zunehmender Google-Recherchen von Seiten der Patienten können allerdings nur die wenigsten (15 Prozent) ihre Symptome besser beschreiben.

Insgesamt 131 Ärzte beteiligten sich an der Umfrage. Am häufigsten waren Allgemeinmediziner, Internisten, Gynäkologen und Chirurgen unter den Teilnehmern vertreten.

Umfrage

Rechtsanwältin Dr. Wiebke Baars im Interview über Möglichkeiten der Ärzte, sich gegen Beleidigungen und Schmähungen im Internet zu wehren.

Text: V. Thoms

Grafik: Foto: BONK! Photography / Shutterstock.com

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