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Zu wenige Angebote für Palliativversorgung auf dem Land

Bericht offenbart Lücken bei Versorgung Schwerstkranker

Wenn es nicht mehr um Heilung geht, sondern um Linderung und bestmöglichen Erhalt der Lebensqualität, sind Palliativmediziner und Hospize gefragt. Die Disziplin ist noch recht jung und das Netz an Angeboten im Land ausbaufähig.

Bei der Versorgung schwerstkranker und sterbender Patienten gibt es in Mecklenburg-Vorpommern noch Lücken. Betroffen sind in erster Linie ländliche Gebiete, wie aus dem ersten Bericht zur Hospiz- und Palliativversorgung im Nordosten hervorgeht, den Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Dienstag in Schwerin vorstellte.

So gibt es der 119 Seiten starken Untersuchung zufolge in den Landkreisen Rostock und Ludwigslust-Parchim kein stationäres Hospiz für sterbende Menschen. Die landesweit neun Hospize befinden sich in Rostock, Schwerin, Stralsund, Bergen auf Rügen, Greifswald, Neustrelitz, Neubrandenburg sowie bei Ueckermünde und bei Grevesmühlen. Von den 38 Krankenhäusern haben 16 ein palliativmedizinisches Angebot. Außerdem weist der Bericht landesweit 88 Arztpraxen mit der Zusatz-Weiterbildung "Palliativmedizin" aus.

Europäischen Standards werden nicht erreicht

Landesweit betreuen zudem zwölf spezialisierte Teams für die ambulante Palliativversorgung (SAPV) Patienten zu Hause, darunter ist ein Team für Kinder. Damit würden die europäischen Standards nicht erreicht, heißt es in dem Bericht. Denn danach soll für jeweils 100.000 Einwohner ein Team für die ambulante Palliativversorgung bereitstehen. Für Mecklenburg-Vorpommern wären das 16 bis 17.

Mehr als 50 Kilometer zum nächsten SAPV-Team sind es in der Landesmitte, im äußersten Westen und Südwesten des Landes, im Norden der Insel Rügen, im Süden der Insel Usedom und in der Region um Penkun im äußersten Süden des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Der von Experten empfohlene Einzugsbereich für ein Team für die ambulante Palliativversorgung soll aber maximal 30 Kilometer betragen. Weiter stellen die Experten in ihrem Bericht fest: "In den Landkreisen Rostock, Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg liegt die Anzahl der SAPV-Teams deutlich unterhalb der Empfehlung der Europäischen Gesellschaft für Palliative Care."

Mehr Hospize notwendig

Für die Trauerarbeit gibt es dem Bericht zufolge neun Angebote im Nordosten, außerdem 22 ehrenamtliche ambulante Hospizdienste für die Begleitung Sterbender. Letzteres ist nach europäischen Standards ebenfalls nicht ausreichend. Im Bericht heißt es: "Um den Soll-Wert zu erfüllen, werden 41 ambulante Hospizdienste in Mecklenburg-Vorpommern benötigt."

Glawe räumte ein, dass in einigen Regionen die Dichte von Angeboten für Schwerstkranke und Sterbende noch zu gering sei. Dadurch würden die zu versorgenden Regionen einzelnen Anbieter sehr groß, die Wege lang. Umso wichtiger sei eine gute Kooperation von Ärzten, Krankenhäusern und ambulanten Diensten einer Region. Daran und auch an der Aus- und Weiterbildung spezialisierter Fachkräfte soll gearbeitet werden.

Als vorbildlich gilt die Situation in Rostock. Dort könne in mehr als 70 Prozent der Fälle den Patienten ihr Sterbe-Wunschort erfüllt werden, sagte der Medizinprofessor Christian Junghanß von der Universität Rostock. Die größte Stadt des Landes mit ihren rund 200.000 Einwohnern verfügt über gute Palliativ-Leistungen: Es gibt zwei Krankenhäuser mit palliativmedizinischem Angebot, zwei SAPV-Teams, vier ambulante Hospizdienste sowie mehrere Ärzte mit einer Zusatzausbildung in Palliativmedizin. Ein Großteil der Palliativpatienten sind Krebskranke. Minister Glawe kündigte an, dass die Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern 2018 und 2019 jeweils 130.000 Euro vom Land bekommen soll, um landesweit psychoonkologische Beratungsmöglichkeiten zu schaffen.