Masterplan Medizinstudium 2020: Was kommt auf Hausärzte zu?

Dass die hausärztliche Versorgung im Medizinstudium ein stärkeres Gewicht erhalten soll, ist bereits mit der aktuellen Approbationsordnung in Angriff genommen worden. Weiteren Schwung soll der Masterplan Medizinstudium 2020 bringen.

Dass die hausärztliche Versorgung im Medizinstudium ein stärkeres Gewicht erhalten soll, ist bereits mit der aktuellen Approbationsordnung in Angriff genommen worden. Weiteren Schwung soll der Masterplan Medizinstudium 2020 bringen.

Mit dem Masterplan Medizinstudium 2020, den die Wissenschafts- und Gesundheitsministerien auf Bundes- und Landesebene 2017 verabschiedet haben, soll eine neue Approbationsordnung auf den Weg gebracht werden. Ziel ist eine kompetenzorientierte und praxisnahe Ausbildung, einschließlich einer praxisnahen Prüfung. Zugleich soll das Fach Allgemeinmedizin weiter gestärkt werden.

Die Vorschläge zur Umsetzung stehen nun zur Diskussion. Sie wurden von einer Expertenkommission um Professor Manfred Prenzel im Auftrag der Bundesregierung erarbeitet hat und orientieren sich - wie im Masterplan vorgesehen - an dem dreigliedrigen Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin (NKLM): (1) Arztrolle, (2) Medizinisches Wissen, klinische Fähigkeiten, professionelle Haltung, (3) Patientenzentrierte Gesundheitsversorgung.

Schon heute findet der NKLM breite Zustimmung, ist aber nicht verbindlich in die Approbationsordnung integriert. Um das zu ändern, sollen sich künftig sowohl das Curriculum als auch die Prüfungen auf den NKLM beziehen. Der bisherige Gegenstandskatalog des Instituts für Medizinische und Pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP), der den Prüfungen zugrunde liegt, würde damit in seiner jetzigen Form als eigenständiges Regelungsinstrument abgelöst.

Der Medizinische Fakultätentag erwartet dieses Jahr die erste Entwurfsfassung für eine neue Approbationsordnung, die die derzeit gültige Ordnung von 2002 ablösen soll. Sie könnte im nächsten Jahr beschlossen werden. Für Studierende, die nach der alten Approbationsordnung studieren, bliebe diese weiterhin gültig. Außerdem sind Übergangsfristen wahrscheinlich.

Hausärzte bilden aus

Nach den neuen Plänen sollen künftig alle Studierenden am Ende ihres Studiums im Fach Allgemeinmedizin geprüft werden. Stärker als bisher sollen Hausärzte auch in die Abnahme der Examensprüfung eingebunden werden. Vorab sind wiederkehrende Hospitationen  und andere unterstützende Formen vorgesehen, die den Medizinstudenten die hausärztliche Versorgung nahe bringen sollen (z.B. Landarzt-Track, Klasse für Allgemeinmedizin, Mentoring). Andererseits soll die Pflicht zur Famulatur in einer Hausarztpraxis entfallen, aber freiwillig möglich bleiben.

Die Dauer des verpflichtenden Blockpraktikums in der Hausarztpraxis wurde bereits 2013 auf mindestens zwei Wochen angehoben. Ferner müssen die Universitäten ab Oktober 2019 sicherstellen, dass alle Studierenden einen Teil ihres Praktischen Jahrs im Wahlfach Allgemeinmedizin absolvieren können. Dieser Ausbildungsteil findet ausschließlich in der ambulanten Versorgung statt, nicht im Krankenhaus. Entsprechend hoch ist der Bedarf an allgemeinmedizinischen Lehrpraxen.

2013 ging die Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM) von 4600 Lehrpraxen aus - bei 55.000 Hausärzten insgesamt. „Heute sind es mindestens 5100 Hausärzte, wobei die Zahl der Lehrpraxen aufgrund von Gemeinschaftspraxen etwas geringer sein dürfte“, sagt Prof. Dr. Antje Bergmann, Sektionssprecherin Studium und Hochschule der DEGAM. Um allen Studierenden ein 14tägiges Blockpraktikum sowie einen allgemeinmedizinischen PJ-Abschnitt zu ermöglichen, müsste sich die Zahl der Lehrpraxen auf etwa 9000 erhöhen.  2013 veranschlagte die DEGAM 125 neue Lehrpraxen pro Hochschulstandort.

Allgemeinmediziner und internistische Hausärzte können sich bei Interesse an die medizinische Fakultät in ihrer Region wenden. Der Aufwand wird vergütet.

Lehrpraxen müssen bestimmte Kriterien erfüllen:

Hinzu kommen die personengebundenen Anforderungen an den Facharzt bzw. die Fachärztin:

Download

Standards für Lehrpraxen im primärärztlichen Versorgungsbereich [2012]

Links auf esanum.de zu den Förderprogrammen für hausärztliche Versorgung

esanum is an online network for approved doctors

esanum is the medical platform on the Internet. Here, doctors have the opportunity to get in touch with a multitude of colleagues and to share interdisciplinary experiences. Discussions include both cases and observations from practice, as well as news and developments from everyday medical practice.

esanum ist ein Online-Netzwerk für approbierte Ärzte

esanum ist die Ärzteplattform im Internet. Hier haben Ärzte die Möglichkeit, mit einer Vielzahl von Kollegen in Kontakt zu treten und interdisziplinär Erfahrungen auszutauschen. Diskussionen umfassen sowohl Fälle und Beobachtungen aus der Praxis, als auch Neuigkeiten und Entwicklungen aus dem medizinischen Alltag.

Esanum est un réseau en ligne pour les médecins agréés

esanum est un réseau social pour les médecins. Rejoignez la communauté et partagez votre expérience avec vos confrères. Actualités santé, comptes-rendus d'études scientifiques et congrès médicaux : retrouvez toute l'actualité de votre spécialité médicale sur esanum.